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Apollonia (Heilige)

Apollonia_(Heilige)Apollonia von Alexandria
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die heilige Apollonia, Gemälde von Francisco de Zurbarán (ca. 1631)
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Spätgotische Altarfigur der heiligen Apollonia aus Rossau (Sachsen)

Apollonia von Alexandria, auch Heilige Apollonia genannt, lebte im 3. Jahrhundert in Alexandria in Ägypten. Sie starb wahrscheinlich unter Kaiser Philippus Arabs um 249 als frühchristliche Jungfrau und Märtyrerin. Über ihr Leben gibt es kaum sichere Zeugnisse. Ihr Gedenktag in der katholischen und der orthodoxen Kirche ist der 9. Februar. Sie ist vor allem als Patronin bei Zahnkrankheiten und der Zahnärzte bekannt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Überlieferung
  • 2 Ikonographie
  • 3 Verehrung
  • 4 Literatur
  • 5 Weblinks
  • 6 Einzelnachweise

Überlieferung

Aus einem Bischof Dionysius von Alexandria zugeschriebenen Brief an den Bischof Fabius von Antiochia geht hervor, dass die geweihte Jungfrau Apollonia während der Christenverfolgungen verschleppt wurde. Man schlug ihr die Zähne aus und drohte, sie lebendig zu verbrennen, falls sie ihren Glauben nicht verleugne. Darauf sprang sie laut betend, gemäß den Auffassungen der Kirchenväter Augustinus und Ambrosius göttlich inspiriert, freiwillig in einen von ihr selbst aufgeschichteten brennenden Scheiterhaufen.

Nach einer anderen Überlieferung war Apollonia eine Königstochter, die auf Befehl ihres Vaters gemartert wurde. Eine dritte Tradition sieht Apollonia als Schwester des heiligen Diakons Laurentius. Sie zog nach Ägypten, wo sie unter Decius das Martyrium erlitt. Ihr Grab wird auf dem Berg Tabor oder auch dem Sinai vermutet.

Die Anfänge der Verehrung der heiligen Apollonia liegen im Dunkeln. Ihr Name taucht erst im 9. Jahrhundert in verschiedenen Martyrologien auf. Sie begegnet bei Florus von Lyon († um 860) unter dem Datum des 20. Februar und im Martyrologium des Ado von Vienne (um 800-874) am 9. Februar, der schließlich als Gedenktag ins Martyrologium Romanum einging.

Ikonographie

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Das Martyrium der heiligen Apollonia (11000-Jungfrauen-Altar im Heilsbronner Münster)

Die heilige Apollonia wird meist als Jungfrau mit den Attributen des Martyriums dargestellt: Märtyrerpalme, Krone oder Lorbeerkranz, Zange oder Zähne.[1]

In Stundenbüchern wird Apollonia manchmal zusammen mit dem heiligen Diakon Laurentius genannt. Dieser erlitt im Jahr 258 in Rom den Märtyrertod durch Verbrennen auf einem glühenden Rost.

Verehrung

Bekannt ist die Verbindung der heiligen Jungfrauen Lucia und Apollonia für Augen- und Zahnleiden. Unter diesen Aspekt fallen auch gemeinsame Darstellungen mit Nothelfern.

Papst Johannes XXI. (1276−1277) riet den Gläubigen, bei Zahnschmerzen ein Gebet zur hl. Apollonia zu sprechen. So wurde die hl. Apollonia aufgrund der Art ihres Martyriums zur Beschützerin vor Zahnschmerzen und zur Schutzheiligen der Zahnärzte sowie aller sonstigen Berufsstände im zahnmedizinischen Bereich.[2] Da die Heilige bei Zahnschmerz angerufen wird, nannte man auch auf Ketten aufgereihte Körner der Gemeinen Pfingstrose Apolloniakörner, die man zahnenden Kleinkindern zum Kauen gab.

Zum Gedenktag der hl. Apollonia gilt eine Bauernregel: „Ist's zu Apollonia feucht, der Winter sehr spät entfleucht.“


Literatur

  • Friedrich Wilhelm Bautz: APOLLONIA, Heilige, Jungfrau, Märtyrerin in Alexandrien. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 199.
  • Wilhelm Bulk: St. Apollonia − Patronin der Zahnkranken. Ihr Kult und Bild im Wandel der Zeit. (Medizinische Dissertation Münster) Bielefeld und Münster/Westfalen 1967.
  • Dominik Groß: Apollinia, Hl. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 76 f.
  • H. Nux: Sainte Apolline, patrone de ceux qui souffrent des dents. Paris 1947.
  • Charles D. O'Malley, John B. Saunders: St. Apollonia, patroness of dentistry. In: Journal of American College Dentists 12, 1945, S. 101–115.
  • Dieter Pack: Die historische Entwicklung des Apollonia-Kults unter besonderer Berücksichtigung des sog. „kleinen Andachtsbildes“. (= Würzburger medizinhistorische Forschungen; Bd. 85). Königshausen und Neumann, Würzburg 2005, ISBN 3-8260-3206-3, zugleich Dissertation, Universität Würzburg 2003 (Volltext, PDF, 58 MBurn:nbn:de:bvb:20-opus-7029)

Weblinks

Bild anzeigen Commons: Hl. Apollonia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ökumenisches Heiligenlexikon Hl. Apollonia

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Bulk: St. Apollonia. Patronin der Zahnkranken: Ihr Kult und Bild im Wandel der Zeit. Bielefeld und Münster/Westfalen 1967.
  2. R. Uhde, Das Martyrium der heiligen Apollonia Bayerisches Zahnärzteblatt, 1/2 2009, S. 67–69. Abgerufen am 28. September 2014.

 


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